Die wohl famoseste Turnübung: Selbstironie

Selbstironie

Sich selbst auf den Arm nehmen – diese Übung war auch Theo Lingen schon bekannt.

Eine so hilfreiche Kompetenz in vielen Lebenslagen: sich selbst einfach mal nicht so ernst nehmen, über eigene Schwächen lachen.

Leichter gesagt, als getan? Wem sagen Sie das!

Selbstironie und der Umgang damit ist eine Kunst für sich.

Vor allem, wenn uns ein Thema wirklich wichtig ist, fällt es uns oft schwer, uns in dieser Situation vielleicht einmal selbst auf die Schippe zu nehmen. Es handelt sich schließlich gerade um eine ernste und wichtige Angelegenheit! Tut es das wirklich? Und werden wir ernster genommen, wenn wir ernster mit einem Thema umgehen?

Tatsächlich ist das oftmals nicht so. Wer zur Selbstironie fähig ist, findet darin ein hervorragendes Mittel, sich immer mal wieder zurechtzurücken und überhöhten Ansprüchen – fremden und eigenen – entgegenzuwirken. Und Selbstironie macht bis zu einem gewissen Grad sogar sehr sympathisch!

Lachen Sie über einen eigenen Fehler.

Anstatt andere Schuldige zu finden oder einen Fehler gar zu verneinen, obwohl er für alle offensichtlich ist – versuchen Sie es doch mal mit einem Lächeln und einem Satz wie „War ja klar, dass mir das passieren musste. Ich hätte damals in der Vorlesung eben doch mal aufpassen sollen.“ Wichtig ist dabei die Art, WIE Sie das sagen, damit Ihr Umfeld auch die Ironie darin erkennen kann. Zeigen Sie der Welt, in welcher Haltung Sie durch das Leben gehen!

Übertreiben Sie ruhig mal.

Die Übertreibung ist ein wesentliches Element der Komik und hilft uns vor allem weiter, wenn wir jemandem den Wind aus den Segeln nehmen wollen, der uns versucht anzugreifen. Beispielsweise versucht ein Kollege, Sie vor versammelter Mannschaft schlecht zu machen, indem er die Verzögerungen in Ihrem Projekt entsprechend kommentiert. Eine mögliche Antwort wäre: „Ja, wenn ich 2028 in Rente gehe, übergebe ich das Thema dann dem neuen Trainee.“ Dem ist dann nichts mehr hinzuzufügen und Sie haben sich nicht in eine Verteidigungsposition begeben, in der Sie dann viel Zeit und Energie mit Diskussionen mit Ihrem Kontrahenten vergeuden.

Trainieren Sie Ihre Schlagfertigkeit.

Damit Ihre ganze schöne Haltung nicht den Bach runter geht, sobald es etwas brenzliger wird, lohnt es sich, gut vorbereitet zu sein. Schlagfertigkeit ist auch hier ein praktisches Gut. Und Schlagfertigkeit lässt sich trainieren: machen Sie sich vorher Gedanken. Denken Sie an typische Situationen, in denen Sie sich immer wieder befinden und sammeln Sie mögliche Reaktionen. Schreiben Sie sie auf und rufen Sie sie sich immer wieder in Erinnerung. Je öfter Sie sich Ihre potenziellen Antworten durch den Kopf haben gehen lassen, desto leichter können Sie sie abrufen, wenn Sie sie brauchen.

Allerdings: Empathie ist Voraussetzung.

Hier verbirgt sich ein Risiko der Ironie: sie muss von beiden Seiten verstanden werden. Sie brauchen also ein gutes Gefühl dafür, ob Ihr Gegenüber ausreichend Einfühlungsvermögen besitzt, um die Ironie in Ihrer Aussage zu verstehen.

Unterstreichen Sie im Zweifelsfalle Ihre Aussage mit der entsprechenden Mimik oder Gestik, dann wird es schon schief gehen…

… in heiterer Gelassenheit.

Ihre Frau Schulz

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