Schlagfertigkeit: Das Florett des Geistes

Schlagfertigkeit

Ich mag das Wort Schlagfertigkeit eigentlich gar nicht, denn ich schlage mich wirklich ungern. Aber im deutschen Sprachgebrauch heißt es nun mal so. Bleiben wir also dabei. Kontern ginge noch. Das klingt besser.

Also, es geht darum, dass einem im richtigen Moment die vermeintlich richtige Antwort einfällt, die man hätte sagen können, WÄRE sie einem nur in dem Moment eingefallen… Sie kennen das: zehn Stunden nach einer verbalen Herausforderung schießen einem plötzlich ganze Salven von cleveren Kontersätzen durch den Kopf. Wäre man da doch nur schon früher drauf gekommen!

Schlagfertigkeit  ist die Fähigkeit, gelassen und souverän auf einen verbalen Angriff zu reagieren – also geistreich zu kontern, ohne den anderen dabei auch schlagen zu wollen. Schlagfertigkeit nenne ich daher gerne das „Florett des Geistes“.

Doch warum ist das so schwer?

Fiese Sprüche treffen uns meist unerwartet und wir fühlen uns im ersten Moment verletzt oder gedemütigt. Oder aber auch, wenn es sich eher um ein freundliches Frotzeln handelt (es sind ja nicht immer alle Menschen gemein zu uns), setzen wir selbst uns unter Druck, dass wir jetzt sofort unbedingt besonders Geistreiches von uns geben wollen.

Beides führt dazu, dass in unserem Gehirn gar nichts mehr geht. Und das war es dann mit der spontanen Reaktion. Und eh wir uns nicht wieder halbwegs entspannt haben, wird uns auch nichts Gutes einfallen.

Jeder kann lernen, schlagfertig zu werden.

Tipps hierfür gibt es wie Sand am Meer. Da gibt es zum Beispiel die Rückfragetaktik („Wie genau meinen Sie das?“) oder die Zustimmungstaktik („Da haben Sie recht, der Konzeptvorschlag ist wirklich schlecht. Ich fange nochmal neu an.“). Mit diesen beiden Taktiken sind Sie auf jeden Fall fein raus. Doch soll es kreativer werden, wird es schon schwieriger…

Wie hilft uns der Humor dabei?

Haha, das ist toll, er hilft uns nämlich doppelt!

Erstens haben wir ja schon gelernt, dass uns eine humorvolle Haltung gelassener und entspannter durchs Leben gehen lässt. Und das ist eine Grundvoraussetzung für intelligentes Kontern. Tief durchatmen, sich selber sagen, dass es nur halb so schlimm ist und den Zeitraum zwischen Reiz und Reaktion verlängern. Und schon läuft es auch in unserem Gehirn wieder. (Also, jedenfalls so gut als möglich.) Auch eine Portion Selbstironie ist hilfreich. Denn wer Angst hat, etwas Falsches zu sagen oder sich selbst lächerlich zu machen, wird nie schlagfertig.

Und zweitens können wir uns mit unseren Antworten natürlich auch wieder aus den Elementen des Komischen bedienen: Übertreibung, Reduktion, Überraschung, Kontraste, Widersprüche – mit ein bisschen Übung machen Sie daraus die flottesten Sprüche!

Sie sehen, schon wieder ein Grund, sich auf den Weg zu machen…

Gibt es irgendwelche Risiken?

Tja, ja, auch hier muss man natürlich manchmal ein bisschen aufpassen. Ein unterhaltsamer, wohlwollend gemeinter Schlagabtausch hat noch keinem geschadet. Aber unnötig frech oder gar verletzend wollen wir vor allem im Geschäftsumfeld lieber nicht werden. Wer versucht, andere mundtot zu machen, provoziert eher Rachegelüste…

Doch mit einer Prise Charme und Selbstironie (übrigens erkennbar an einem Lächeln und einem Augenzwinkern) sind Sie eigentlich in der Regel auf der sicheren Seite. Das verspreche ich Ihnen…

… in heiterer Gelassenheit.

Ihre Frau Schulz

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