Mögen Sie Menschen?

empathie

Besser wäre das. Denn: Man muss Menschen mögen.

Ein Satz, den ich sehr oft sage, wenn ich gefragt werde, was es braucht, um eine gute Führungskraft zu sein. Meine Antwort: eine ganze Menge Humor und Empathie. Und dann stolpere ich doch letzte Woche über diesen Satz – er findet sich auch dem Buchrücken des Buches „Mit Humor Kunden betreuen“! Sapperlot! Da denkt wohl einer ähnlich wie ich?*

In Kundengesprächen geht es auch oft darum, wer die Führung hat. Steuern Sie das Gespräch in die gewünschte Richtung? Oder drängt der Kunde Sie in die Enge und am Ende rücken Sie mit Rabatten raus, die Sie eigentlich nie geben wollten? Oder passiert es Ihnen doch, dass Sie pampig werden und sich womöglich später entschuldigen müssen? Und wenn Sie gar keine Kunden betreuen, dann kennen Sie ähnliche Mechanismen bestimmt auch aus anderen Zusammenhängen… Der Sohn, der sein Zimmer nicht aufräumen will, der Chef, der sich gegen die Gehaltserhöhung wehrt… So oder so, es hilft, wenn Sie Menschen mögen, denn dann gelingen Ihnen ein paar Voraussetzungen, die es braucht, um in Führung zu bleiben. Doch…

… manchmal ist es einfach schwer, Menschen zu mögen.

Wie kann es uns also dennoch gelingen? Ich meine, ab und zu, wenn’s dann doch mal drauf ankommt?! (Wer Frau Schulz genauer kennt, der weiß, dass sie es für lohnenswert hält, Menschen sehr viel öfter zu mögen, als nur, wenn es drauf ankommt.)

Das ultimative Rezept zum Menschenmögen…

… habe ich auch nicht. Aber einige Anregungen, die in der Vergangenheit nicht nur bei mir gut funktionieren. Und natürlich möchte ich diese hier und jetzt mit Ihnen teilen – in der Hoffnung, Sie probieren das auch einfach mal aus!

Manche Menschen mag man ja ganz automatisch. Die "Empathie" ihnen gegenüber funktioniert ganz von allein, ohne dass wir darüber nachdenken. Doch was macht man mit all den anderen? Mit denen, die man eigentlich nicht so mag, es aber besser sollte? Halten Sie sich fest, denn schon der erste Tipp hat es in sich:

Geben Sie es zu.

Verdrängen hat noch nie geholfen. Erlauben Sie sich also diesen ersten Gedanken. Denn erst dann können Sie ihn auch loswerden. Denken Sie ruhig „Der Typ nervt.“ oder „Diese Frau macht mich fertig.“. Nur machen Sie dann hier nicht Halt, sondern gehen Sie den nächsten Schritt:

Verstehen Sie, weshalb Sie Ihr Gegenüber nicht mögen.

Es tut mir leid, aber ich muss Ihnen das jetzt sagen: Wenn Sie jemanden nicht leiden können, hat das sehr oft etwas mit Ihnen selbst zu tun. Vielleicht hat dieser Mensch einen Wesenszug, den Sie an sich selbst überhaupt nicht mögen. Oder er hat etwas, was Sie gerne hätten, aber nicht haben. Soll ja auch vorkommen. Oder aber Ihr Gegenüber erinnert Sie an schlechte Erfahrungen, die Sie mal gemacht haben. Auch lehnen wir Menschen ab, die vollkommen anders sind als wir. Alles legitime Gründe, jemanden nicht zu mögen, aber mit Verlaub: der Andere kann nichts dafür!

Deshalb:

Konzentrieren Sie sich auf das Gute.

Machen Sie sich auf die Suche nach den positiven Eigenschaften Ihres Gegenübers. Ich bin sicher, Sie finden etwas! Und wenn es nur die gut aussehenden Schuhe sind oder die angenehme Stimme. Geben Sie sich einen Ruck – es lohnt sich!

Und dann noch: den Humor nicht verlieren.

Ich erinnere an eine meiner Lieblingsfragen: Was ist eventuell das Komische an der Situation? Worüber werden Sie morgen lachen (oder nächste Woche)? Wenn Ihnen nichts einfällt, übertreiben Sie in Gedanken Ihre Situation maßlos, stellen Sie sich vor, Sie wären in einem Comic! Aber verlieren Sie dabei den liebevollen Blick auf die Welt nicht, sonst werden Sie zynisch. Und das war dann nicht meine Absicht (und nicht meine Schuld ;-) )!

Wenn Sie diese wenigen Tipps einfach mal eine Weile ausprobieren und immer besser darin werden, dann werden Sie feststellen, klappt es auch mit dem aufgebrachten Kunden oder dem grimmigen Chef. Vielleicht nicht auf Knopfdruck, aber nach und nach.

Mit welchem Menschen fangen Sie an?

Bis dahin grüße ich Sie

… in heiterer Gelassenheit

Ihre Frau Schulz

* O.k., wer „man muss Menschen mögen“ googelt wird feststellen, dass es einige Kollegen gibt, die sich diesem Satz bedienen. Umso besser – dann scheint wirklich etwas dran zu sein! Wer der ursprüngliche Urheber war, vermag ich nicht herauszufinden. Ist aber vielleicht auch egal. Mögen Sie einfach!

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