Papier und Praxis: Strategiebildung im Team. Geht das?

Wie bilde ich eine attraktive und zielführende Strategie? Wie gelingt dies gemeinsam mit dem Team? Wer ist überhaupt zuständig für Strategiebildung? Und, wieviel Strategie ist überhaupt möglich dieser Tage? Dieses Thema vertieften wir in illustrer Runde aus Führungskräften, Unternehmern und Personalverantwortlichen anhand des Businessromans „Five go on a strategy away day“ von Bruno Vincent.

Was ist Strategie, wie funktioniert Strategiebildung und wer macht das eigentlich?

Das Gesagte, „Strategie“, und das Gemeinte unterscheiden sich in vielen Köpfen. Der Eine denkt dabei daran, einen Plan zu schmieden, wie wir von heute aus zum gesetzten Ziel gelangen, eine Art Taktik vielleicht. Die Andere hat die Ausrichtung vor Augen, wo wir uns auf Basis interner Beweggründe und Marktentwicklungen hin entwickeln wollen und müssen, also etwas zwischen Ziel und Vision. Es gilt entsprechend, strategische Entscheidungen zu treffen, der Umsetzungsplan folgt.

Einig sind wir uns, dass eine Strategie als Leitplanken für unser tägliches Tun wichtig ist und leichter geht es mit einer Vision. Wofür stehe ich jeden Tag auf? Eine schlagkräftige und umsetzbare Strategie wird von oben bis unten vertreten, Führungskräfte und Mitarbeiter ziehen an einem Strang.

Das Problem ist: Sehr viele Menschen glauben „Strategie – das ist was für die da oben und am Ende machen wir doch wieder alles wie immer.“

Was hilft: So viele Mitarbeiter wie möglich in diesen Prozess mit einbinden. Strategie ist keine Einmalveranstaltung mit dem Zweck, schöne Folien zu entwickeln. Strategie muss lebendig werden, damit sie ihren Wert voll entfalten kann!

Und wie bilde ich jetzt aber eine Strategie mit einem jungen Team, wo die praktische Erfahrung noch fehlt, das Team nur aus Einsteigern besteht? Dafür ist möglicherweise das klassische Teambuilding-Offsite keine schlechte Sache.

Besondere Wege zur Strategiebildung im Team: eine Zukunftskonferenz

Mit Hintergründen in IT, sozialem Bereich und öffentlichem Dienst diskutieren wir über verschiedene Möglichkeiten, Strategie jenseits des klassischen TopDown-Prozesses zu bilden. Oft gilt es, Mitarbeiter einzubinden, die sich für strategische Überlegungen nicht verantwortlich fühlen, aber zugleich den Kunden kennen und viel darüber wissen, was der Markt braucht. Strategierelevantes Wissen!

Um dieses einzubinden, empfiehlt sich ein Blick auf die Wortwahl. Wir können ja auch über Stärken reden, und was weiterentwickelt werden sollte. Denn wir sind uns sicher, Beobachtungen und Gedanken, wie sich ihre Arbeit mit den Kunden entwickelt, was sie wertvoll macht und wie noch besser funktionieren könnte, die machen sich viele Mitarbeiter ganz von allein und ungefragt. Fragen wir sie doch danach! (Strategiebildung mit Stärkenorientierung).

Im Tagesgeschäft ist es auch nicht gerade einfach, mal eben den Laden dicht zu machen, um Strategien zu entwickeln. Das verkauft sich nicht gut an Kunden und auch nicht so richtig an die Mitarbeiter, die sich beim ersten Mal eher verschreckt als wertgeschätzt fühlen. Wir schlagen stattdessen vor, im Arbeitsalltag die Aufmerksamkeit ein kleines bisschen auf Überlegungen zur Verbesserung zu lenken. Zum Beispiel mithilfe von zukunftsweisenden Fragen, zu denen sich Mitarbeiter 1x täglich Notizen machen (Strategiebildung mit kleinen Schritten):

„Was beobachtest du in deiner Zusammenarbeit mit Kunden?“

Von einem innovativen Format, um eine gemeinsame Strategie zu bilden, berichtet eine Personalexpertin in der Runde: „Auf unserer sogenannten Zukunftskonferenz kommen Fach- und Führungskräfte aus allen Bereichen einer Organisation gezielt zusammen, um gemeinsam an der strategischen Ausrichtung zu arbeiten.

Besonders knifflig ist es, wenn die Mitarbeiter etwas verändern wollen, aber der Chef nicht und Sie als motivierte Teamleitung stecken dazwischen fest. Da hilft manchmal nur eine #Graswurzelbewegung … ;-)

Vom Mut, eine Strategie anzupassen

Schließlich ist eine gute Strategie entstanden (hurra!) und es passiert das Unvermeidliche: Zack, die Rahmenbedingungen ändern sich und die Strategie ist plötzlich nicht mehr so passend wie gerade eben noch. Sie kennen das, wir haben es alle spätestens 2020 selbst erlebt.

Durchziehen oder Anpassen?
Jetzt, wo es Ihnen gelungen ist, alle im Team auf die Strategie einzuschwören.

Zweiteres, werden Sie richtigerweise sagen. Dazu braucht es eine Portion Mut. Entscheidungen, die sich als falsch erwiesen haben zu revidieren bedeutet auch, das einzugestehen und damit souverän umzugehen. Es braucht auch ein neues Vertrauen, dass es jetzt so klappt – und das ist nicht einfach denn nicht mal Sie wissen vermutlich zu 100%, dass die Planänderung jetzt wirklich zum Ziel führt. Das kann gerade in diesen Zeiten vermutlich niemand wissen und oft hilft es, dies einfach ehrlich zuzugeben. Das ist besonders mutig und souveräner als an einer zum Scheitern verurteilten Strategie festzuhalten.

Teamstrategie und die Wirkung von Geschichten

Eine Strategie zu entwickeln ist jedenfalls keine leichte Übung, da sind wir uns einig. Und am Anfang steht die Frage, was genau das Unternehmen eigentlich gerade braucht und aus wessen Sichtweise.

Eine kreative Möglichkeit zur Bildung einer Strategie ist dazu, die Geschichte Ihres Teams von Morgen her zu erzählen. Stellen Sie sich vor, Sie wären schon da, wo Sie gemeinsam hinwollen.

Welche Story erzählen Sie über Ihren Weg zum gewünschten Ergebnis? Welche Hindernisse haben Sie überwunden und wie ist es Ihnen gelungen, dabei Ihr Ziel nie aus den Augen zu verlieren?

Das Buch zum Thema: “Five go on a strategy away day” von Bruno Vincent

Ein Kundenunternehmen aus dem Mittelstand fragte mich vor einiger Zeit, ob ich bitte ein Offsite mit dem Führungsteam machen könnte, sie bräuchten mal etwas Klarheit im Team. Zwischen „Etwas läuft nicht rund“, und „Etwas muss passieren“ liegt häufig die Idee eines Strategietages oder eines Teambuildings. Es steht die Idee im Raum, sich mal neu zu sortieren, um so richtig Fahrt aufzunehmen. Doch was ist der richtige Weg dafür?

Herauszufinden welches Bedürfnis wirklich dahintersteckt
ist die wichtigste Übung auf dem Weg zur Teamstrategie.
Getreu dem Führungsgrundsatz 
#Habe ein Ziel.

Das brachte mich auf die Auswahl dieses Büchleins, in dem die Fünf Freunde eine eher durchwachsene Teamentwicklung erleben. Humoristisch und mit freundlicher Erlaubnis der Enid Blyton-Familie erzählt der Autor Bruno Vincent in einer Art Business-Roman in „Fünf Freunde haben Spaß beim Teambuilding“ die Etappen eines Teamentwicklungs-Events und seine Stolpersteine.

Erzählt als Geschichte, wie wir sie aus unserer Kinderzeit kennen, durchleben Julian, Dick, Anne, George und Timmy der Hund, die nun Arbeitskollegen sind, die Höhen und Tiefen eines moderierten Teamstrategietages. Das ist doch eine gute Sache: In einem netten Hotel überlegt man sich gemeinsam tolle Sachen, lernt sich besser kennen und zeichnet Bilder von der goldenen Zukunft … und danach kommt man dann zurück ins Unternehmen, die Strategie schafft es vom Flipchart in eine Präsentation und alles geht irgendwie weiter wie immer. Das Buch gibt eine Menge Möglichkeiten zur Reflexion, wie es besser gehen könnte und bringt uns zugleich immer wieder zum Schmunzeln, wenn wir an eigene Erfahrungen aus dem Berufsleben denken, die wir nicht wiederholen möchten.

Ich hoffe ja, Sie haben da bessere Erfahrungen.

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