Weihnachten ist dieses Jahr am 24.12.

Zumindest darauf ist Verlass.

Wenn wir dieses Jahr eines gelernt haben, dann ist es wohl, manche Dinge so nehmen zu müssen, wie sie sind.

Ich wurde in 2020 oft gefragt, wie ich das hinbekomme und dabei immer wieder Leichtigkeit und positive Energie austrahle. Viele Menschen haben sich sogar explizit bei mir dafür bedankt weil es ihnen Zuversicht gegeben hat. Und manche haben sogar nach einem Seminar gefragt, um das selbst auch zu lernen.

Und sehen Sie, da ist schon ein wichtiger Grund, Gelassenheit auszustrahlen:

Ich spüre, wie gut es uns allen tut, den Mut nicht zu verlieren. Wenn ich es also nicht für mich tue, dann für die Menschen um mich herum. Die haben es nämlich nicht verdient, dass ich sie mit meiner schlechten Laune behellige. Jedenfalls nicht alle. (Sehr froh bin ich allerdings auch um die Menschen, mit denen ich mich auch über meine Sorgen und Nöte austauschen kann.)

Klar, Sie haben auch das Recht auf schlechte Laune und mutlose Momente. Die habe ich auch. Die Frage ist nur, welcher Stimmung wir die Oberhand lassen wollen. Und ich habe bisher keinen Menschen getroffen, der letzteres bevorzugt. Sie?

Wie schaffen wir es also, zuversichtlich und gelassen zu bleiben?

Meine Antwort wird Sie nicht überraschen:

Mit so viel Gelassenheit, wie eben gerade geht. Und mit Humor!

Humor ist die Begabung eines Menschen, den Unzulänglichkeiten der Welt und der Menschen, den alltäglichen Schwierigkeiten und Missgeschicken mit heiterer Gelassenheit zu begegnen.

Es geht nicht darum, ständig Witze zu reißen. Und es geht auch nicht darum, Traurigkeit, Enttäuschung oder gar Angst, einfach wegzulächeln. Es geht darum, seinen Blick zu weiten. Seine eigenen Bewertungen zu hinterfragen. Die Aufmerksamkeit entsprechend zu lenken und so ein kleines bisschen schneller wieder zuversichtlich oder gar fröhlich zu werden. Jede Medaille hat nämlich zwei Seiten, jawohl. (An dieser Stelle verweise ich nochmal auf das von mir erfundene Immerhin-Spiel).

Und wenn man Karl Valentin glaubt, dann kommt sogar noch eine Seite dazu: „Jedes Ding hat drei Seiten: Eine Positive, eine Negative und eine Komische.“

Und was heißt das jetzt für den Jahresausklang?

Suchen Sie mal genau diese drei Seiten!

Was stört Sie in diesem Dezember, in dieser Situation, an diesem wirklich merkwürdigen Weihnachten besonders? Oder fangen Sie leicht an: Was stört Sie ein bisschen?

Mich stört zum Beispiel, dass ich mit meinen Mitarbeitern keinen schönen Weihnachtsausflug machen kann. Gerne hätte ich mit ihnen etwas Schickes unternommen, Glühwein getrunken und an einer Weihnachtsgans genagt …

Die negative Seite davon ist schnell gefunden: Es ist schön, gemeinsam Glühwein zu trinken und in schöner Atmosphäre das Jahr Revue passieren zu lassen. Das fällt jetzt in dieser Form aus und das ist doof.

Die positive Seite ist schon etwas schwieriger. Ich versuche es mal: Ich beginne nun, über Alternativen nachzudenken. Wie kann ich mich trotzdem bei meinen Mitarbeitern für ihre tolle Arbeit bedanken? Welche anderen Möglichkeiten gibt es noch, die den Effekt des Weihnachtsessens haben? Ich fange an, gezielter über jeden einzelnen Mitarbeiter nachzudenken. Gibt es vielleicht individuelle Botschaften, die ich ihnen mitgeben kann? Und auf einmal merke ich: das gute alte Weihnachtsessen war vielleicht eh doof und wir haben es nur aus Gewohnheit gemacht. Eine neue Form der Wertschätzung entsteht. Das ist ziemlich toll!

Und die komische Seite?

Um die komische Seite zu entdecken, hilft es, die Elemente der Komik zu kennen. Übertreibung ist eines der einfachsten Mittel, um Komik zu erzeugen. Ich kann mir also beispielweise vorstellen, wie jeder einzelne meiner Mitarbeiter nun allein vor einer ganzen Gans sitzt und versucht, dieser Herr zu werden – immer auf den Bildschirm schielend, ob die anderen auch fleißig Knödel nachnehmen. Am Ende sitzen wir alle vor unseren Computern und nagen ächzend an den letzten Knochen …

Oder wie wäre es, wenn wir die Gans per Post von Einem zum Nächsten schicken? Nicht ohne vorher ausgelost zu haben, wer die besten Stücke essen darf…

Na gut, Sie sehen schon, ich bin kein wirklicher Comedian. Aber sehr gerne stelle ich mir die Frage, was wohl Loriot aus dieser Situation machen würde?! (Wenn Ihnen selbst nichts Komisches einfällt, dann schauen Sie sich doch einfach „Weihnachten bei Hoppenstedts an“ – vielleicht ist das eine Inspiration. Oder Sie belassen es erstmal bei den zwei Seiten der Medaille. Das ist immerhin schonmal besser als nur eine Seite. Oder?)

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch!

Die aktuellen Zeiten sind wirklich herausfordernd, für manche Menschen existentiell bedrohlich. Das erkenne ich voll und ganz an!

Was ich möchte: dass wir es uns nicht noch schwerer machen, als es eh schon ist. Lassen Sie uns die negativen Seiten anerkennen und dann die positiven und vielleicht sogar komischen Seiten entdecken! Das macht es einfacher, die negativen Seiten zu verkraften. Denn: Weihnachten ist auch dieses Jahr am 24.12.

In diesem Sinne,
ich wünsche Ihnen – trotz allem oder gerade deshalb – einen guten Jahresausklang,
bei dem Sie unbedingt und hoffentlich auch etwas zu Lachen haben!

Ihre Frau Schulz

Zurück

Regelmäßig Neuigkeiten
von Frau Schulz?

Sie wollen mir lieber erstmal heimlich folgen?

Abonnieren Sie meinen Newsletter und lassen sich inspirieren von wertvollen Tipps rund um gelassene Führung und hervorragende Zusammenarbeit!