Strategie und Humor? Ausgerechnet jetzt?!

Strategie

„Es ist schlimm, in einem Unternehmen zu arbeiten, in dem es keinen Humor gibt. Aber noch schlimmer ist es, in einem Unternehmen zu arbeiten, in dem man Humor braucht.“ (nach Berthold Brecht)

Strategie und Humor? Ausgerechnet jetzt?!

Ja! Humor brauchen wir gerade alle irgendwie. Und eine gute Strategie auch. Auch wenn beides aktuell schwer fallen mag. Umso wichtiger ist das Thema!

Kennen Sie die Geschichte von John Yokoyama und dem Pike Place Fish?

Ein Fischmarkt in Seattle, nichts Besonderes, im Gegenteil: unbekannt, klein, 1986 kurz vor der Pleite. Kein schöner Gedanke, jahrelang stinkenden Fisch in einer Großstadt zu verkaufen und noch nicht mal großartig etwas davon zu haben, außer vielleicht einen Berg Schulden.

John Yokoyama schwor sich, das zu ändern. Mitten in seiner größten Krise begann er, strategisch zu denken und entwickelte ein Vision. Es heißt, in einem Workshop mit einem Business Coach beschloss er: Sein Fischmarkt soll weltberühmt werden!

Leicht gesagt, Cowboy – mit lustlosen Fischverkäufern am Existenzminimum irgendwo in Seattle, geprägt von vielen Jahren recht geringen Erfolges… da reißt man das Ruder nicht einfach mal so rum.

Doch John hat es geschafft: Er hat verstanden, dass seine Vision nur eine Chance hat, wenn alle seine Mitarbeiter auch davon überzeugt sind und wenn sie alle gemeinsam Spaß an der Sache haben werden. Und für den Spaß an der Arbeit – dafür ist dieser Fischmarkt mittlerweile berühmt! Kein Tourist verpasst einen Einkauf auf dem Pike Place Fish und auch die Einheimischen kaufen wohl am liebsten dort. Was man an Geschäftszahlen findet, klingt beeindruckend. Der Pike Place Fish Market ist ein höchst erfolgreiches Unternehmen geworden.

Wie hat John das gemacht?

Er hat weiter Fisch verkauft. Der Fisch ist nicht besser oder frischer als anderswo. Aber: Er hat aus seinem Fischmarkt einen Ort gemacht, an dem der Fischkauf an sich ein echtes Erlebnis ist. Der Markt gleicht eher einem Rummelplatz. Fröhlichkeit und Freundlichkeit, emotional und ansteckend. Die Fischverkäufer verströmen regelrechte Partylaune, die Kunden staunen und lachen.

John hatte also beschlossen, Spaß und Freude in seiner Arbeit und die Arbeit seiner Mitarbeiter zu integrieren.

Und der Plan ging auf.

Mittlerweile haben vier seiner Mitarbeiter den Markt übernommen und sie pflegen die Tradition weiter. Schauen Sie sich die Filme auf Youtube an oder die Homepage von Pike Place Fish.

Das Ganze ging dann sogar so weit, dass aus dem Prinzip ein offizielles Motivationsprogramm für Unternehmen entstanden ist. Und es gibt Bücher, die das FISH-Prinzip beschreiben.

Sie müssen aus Ihrer Firma ja nicht gleich einen Jahrmarkt machen. Mit Fischen jonglieren und mit Kunden witzeln ist nun wirklich nicht jedermanns Sache. Doch es ist mal wieder ein Beweis dafür, wie sehr wir Menschen Leichtigkeit mögen, Spaß an der Arbeit genießen UND das dann auch noch zu einem enormen wirtschaftlichen Erfolg führt.

Aus diesem Grund empfehle ich immer wieder:

Räumen Sie dem Thema Freude, Spaß und Humor einen wichtigen Platz in Ihrer Strategie ein!

Und schreiben Sie nicht nur unter Punkt 12 Ihres Strategiepapiers „Humor und Freude an der Arbeit sind uns wichtig.“, sondern werden Sie ganz konkret, wie Sie das umsetzen wollen! Sammeln Sie Ideen, fragen Sie Ihre Mitarbeiter und Kollegen, wie Sie alle miteinander für Freude sorgen können. Ich bin sicher, in Ihrer aller Alltag finden sich Dinge, die nicht besonders Gute-Laune-fördernd sind. Und ich kann Ihnen versichern, diese Situationen kosten Sie so richtig Energie! Energie, die Sie doch lieber in andere Dinge stecken… zum Beispiel in das Entwickeln neuer Ideen oder in die Beziehung zu Ihren Kollegen oder Kunden.

Eine kleine Anleitung

Der Vorsatz, mehr Spaß und Freude in die Arbeit mit aufzunehmen und das Thema Humor zu einem festen Bestandteil der eigenen Strategie zu machen, ist recht schnell gefasst. Wie immer lauern die Fallen dann in der täglichen Umsetzung. Deshalb empfehle ich Ihnen folgendes Vorgehen:

  1. Die Entscheidung treffen: Zuallererst kommt der Entschluss. Setzen Sie die Humorbrille auf und sagen Sie zu sich (und zu Ihren Kollegen) „Ich möchte mehr Humor in meine Arbeit einfließen lassen.“
  2. Situationen sammeln, in denen mehr Freude helfen könnte: Schreiben Sie alle Situation Ihres Arbeitsalltages auf, die Sie humorvoll auflockern wollen.
  3. Ideen generieren: Notieren Sie zu jeder dieser Situationen mehrere Möglichkeiten, wie das gehen kann. Werden Sie hier ruhig ein bisschen verrückt! Noch kann nichts passieren, ist ja alles nur rein theoretisch bisher. (Falls Sie keine Ideen haben: Surfen Sie durch meinen Blog, da finden sich jede Menge davon!)
  4. Konkret werden und einen Plan machen: Entscheiden Sie sich für ein oder zwei Situationen und jeweils eine Humor-Intervention, die Sie in den nächsten Wochen mal ausprobieren möchten.
  5. Die Sache mutig durchziehen: Es nützt nichts – jetzt müssen Sie es einfach mal ausprobieren!

Zugegeben: Manchmal braucht es ein bisschen Mut, bekannte Pfade zu verlassen. Es lohnt sich! Denn: „Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute! Seht euch an, was uns die Normalen eingebracht haben!“ (George Bernard Shaw)

Seien Sie mutig, ich bin es auch und ich lebe noch (sehr gut sogar).

In heiterer Gelassenheit …

Ihre Frau Schulz

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